Training mit Jugendlichen zum Arbeits- und Sozialverhalten

Training mit Jugendlichen zum Arbeits- und Sozialverhalten

Training mit Jugendlichen Arbeits- u. Sozialverhalten

Das Training richtet sich an Jugendliche ab 15 Jahren, die im Sozialraum Birkenfeld leben und zur Risikogruppe mit erkennbarem Bedarf gehören. Ein Teil der AdressatInnen ist dem Jugendamt bereits bekannt und / oder erhält bereits Hilfe zur Erziehung innerhalb der eigenen Familie.

Somit setzt sich die Zielgruppe aus solchen Personen zusammen, bei denen Risikomerkmale unterschiedlicher Ausprägung vorliegen.

Das Training richtet sich insbesondere an solche Jugendliche, die Schwierigkeiten speziell mit der Problemlagen „persönliche Zukunft“, Ausbildung, Schule usw. haben.

Themen und Inhalte

Die Ziele des Trainings, das sowohl Arbeits- und Sozialverhalten fördern will müssen auf einen theoretischen Rahmen zurückgeführt werden. Hierbei zielt das Training auf das Menschliche bestreben aus, über eigenes Handeln Selbstwirksamkeit zu erfahren. Erfährt der Jugendliche das er sein Handeln und die Resultate daraus beeinflussen kann, dann wirkt dieses bekräftigend und erhöht seine Überzeugung, in Zukunft in mehreren Bereichen kompetentes Verhalten zeigen zu können.

Ein Jugendlicher kann durch erfolgreiches, zielorientiertes an immer schwierigere Probleme heranwagen, und durch deren Bewältigung ein erhöhtes Selbstvertrauen bzw. hohe Selbstsicherheit erlangen. Diese Entwicklung läuft demnach phasenweise. Sie setzt immer neue, spezifische Teilfertigkeiten voraus, die aufeinander aufbauen und die Voraussetzung für eine ständig komplexere Handlungskompetenz bilden. Da das Training die Kompetenzen im Arbeits- und sozialverhalten fördern möchte, liegt es nahe, die dazu notwendigen Teilfertigkeiten zu trainieren.

Darüber hinaus werden besonders geeignete KursteilnehmerInnen als MultiplikatorInnen geschult, um sie künftig in die präventive Arbeit einbinden zu können.

Es werden bis 15 Teilnehmer in den Kurs aufgenommen

Selbstkontrolle und Ausdauer

Der Begriff „Selbstkontrolle“ steht für alle willentlichen Handlungen; Selbstkontrolle ist entscheidend dafür verantwortlich, ob ein Jugendlicher ein schwieriges Ziel erreicht und Motivationsprobleme langfristig überwinden kann. Selbstkontrolle setzt eine differenzierte Selbst- und Fremdbeobachtung voraus und trägt entscheidend dazu bei, dass ein neues Verhalten erprobt wird und langfristig beibehalten bleibt. Ein solches Bemühen kann nur beibehalten werden, wenn der Jugendliche in der Lage ist,

Die Ursachen für sein Verhalten präzise einzuschätzen

Korrekte Selbstbeobachtungen vorzunehmen und

Nicht ausschließlich externale Ursachenerklärungen heranzuziehen.

Umgang mit dem eigenen Körper

Der eigene Körper, die körperliche Fitness, Attraktivität und sexuelle Anziehungskraft sind wesentliche Aspekte, aufgrund deren ein Jugendlicher sein Körperbild definiert. In der Regel werden der Körperausdruck und die Körperhaltung als wichtigste Information von einem Kommunikationspartner wahrgenommen und dienen, vor allem bei der Kontakt Anbahnung zur Orientierung. Eine dem Kommunikationspartner zugewandte Körperhaltung trägt zu einer vertrauensvollen Beziehung bei. Diese für den sozialen und beruflichen Erfolg entscheidende Kommunikationsform ist den meisten Jugendlichen in ihrer Wirkung – speziell im beruflichen Bereich – nicht bekannt. Aufgrund ihrer weitreichenden Bedeutung müssen in Rollenspielen Körperausdruck und Körperhaltung mit Hilfe von Videorückmeldung harmonisch aufeinander abgestimmt werden. Durch diese Schritte entsteht ein positives Körper – bzw. Selbstbild, dass zu einer angemessenen Selbstdarstellung des Jugendlichen führt.

Selbstsicherheit und stabiles Selbstbild

Eine angemessene Selbstdarstellung setzt Selbstsicherheit und ein stabiles Selbstbild voraus. Unter einem Selbstbild versteht man dabei alle Vorstellungen und Bewertungen über die eigene Person. Die Bedeutung des Selbstbildes für die Sozialentwicklung von Jugendlichen unterstreichen viele Studien.

Misslingt es Jugendlichen, eine stimmige Identität und ein positives Selbstwertgefühl aufzubauen, dann können Gefühle von Traurigkeit bzw. Niedergeschlagenheit auftreten und soziale Kompetenzen sowie Problemlösefertigkeiten beeinträchtigt sein.

Die Jugendlichen, die über einen Zeitraum von 2 Jahren ein positives Selbstbild aufrechterhalten konnten, berichteten über die wenigsten Symptome (wie Ängste, Depressionen und Zwänge) , eine größere Zufriedenheit mit der Schule und mehr schulisches Engagement als diejenigen, die ein negatives Selbstbild aufwiesen.

Einfühlungsvermögen

Unter Einfühlungsvermögen versteht man das Bemühen, sich in die Lage des anderen zu versetzten. Durchgängig besteht eine klare Beziehung zwischen der Herausbildung von Einfühlungsvermögen und positivem Sozialverhalten.

Umgang mit Lob, Kritik und Misserfolg

Das schwierigste Ziel des Trainings mit Jugendlichen bezieht sich auf den Umgang mit sozialen Situationen, in denen Lob oder Kritik ausgesprochen bzw. erfahren wird; weiterhin auf Situationen, bei denen ein Jugendlicher einen Misserfolg verarbeiten muss. Solche Erfahrungen treten im privaten sowie im beruflichen Bereich gleichermaßen auf. Sie bewirken, dass eigenes Können und Handeln bekräftigt oder in Frage gestellt werden. Besonders negativ wirkt es sich dann aus, wenn ein Jugendlicher der über kein positives Selbstbild verfügt, Kritik erfährt. Er wird dadurch in seinen Erwartungen bestätigt, dass er immer versagt, man ihn deshalb ablehnt, und er ein wertloser und überflüssiger Partner ist. Eine solche Rückmeldung führt zur Passivität, zu Motivationsverlust und Apathie. In manchen Fällen können Jugendliche überhaupt keine Rückmeldung ertragen, sie scheuen Bewertungssituationen und werden auch bei Lob und sozialer Anerkennung verlegen.

Das Ziel der Trainings besteht darin:

Die Scheu vor Bewertungen abzubauen,

Positive und negative Bewertungen angemessen zu verarbeiten,

Misserfolge mit eigenen Bemühungen in Beziehung zu setzen, aber auch zu relativieren und

Bewertungen gegenüber anderen angemessen auszudrücken.

Für das Training mit Jugendlichen bedeutet dies, dass man zunächst die Kriterien herausarbeiten muss, die einer Bewertung zugrunde gelegt werden. Bewertung erfolgt dabei in dreifacher Weise:

Als erfahrene Bewertung,

Als abgegebene Bewertung und

Als Selbstbewertung.

Das Training gliedert in ein sogenanntes Einzeltraining, in dem ein einzelner Trainer mit einem Jugendlichen zusammenarbeitet, und ein Gruppentraining, an dem bis 10 Jugendliche (m/w) teilnehmen können. Das Gruppentrainings schließt sich dem Einzeltraining an und umfasst mit dem Erstkontakt minimal 11 Einheiten; es soll von zwei Trainern durchgeführt werden. Das Einzeltraining besteht aus minimal 5 Einheiten sowie einem Erstkontakt.