Was ist Oppositionell-aggressives Verhalten?

Oppositionell-aggressives Verhalten: Das Hauptmerkmal des oppositionell-aggressivem Verhaltens ist ein Muster von trotzigem, ungehorsamem und feindseligem Verhalten, das besonders gegenüber den Eltern und nahestehenden Bezugspersonen auftritt. Solche Kinder zeigen häufig Wutausbrüche und widersprechen den Aufforderungen Erwachsener. Sie sind schnell ärgerlich und verärgern häufig und geben ihnen die Schuld für ihre Konflikte; schwerwiegendes aggressives Verhalten fehlt jedoch. Dieses Verhaltensmuster tritt deutlich häufiger auf, als bei anderen Kindern gleichen Alters, und der Beginn liegt häufig vor dem Schuleintritt. Kinder mit oppositionell-aggressivem Verhalten entwickeln häufig zu Beginn des Grundschulalters schon massiv aggressives Verhalten. Diese Kinder lügen, brechen Versprechen, um Vorteile zu erhalten oder um Verpflichtungen zu vermeiden. Sie beginnen oft Auseinandersetzungen und zeigen körperlich-aggressives Verhalten gegen Gleichaltrige, Erwachsene und Tiere.

KiGaCool

Kindergarten Coolness Training (KiGaCool)

Bei Kindern mit opptional-aggressivem Verhalten oder sozial unsicherem Verhalten sind die emotionale Kompetenz und die soziale Informationsverarbeitung beeinträchtigt und es fällt ihnen schwer, angemessenes Verhalten zu zeigen. Das Training lässt sich daher grob in die Blöcke Förderung emotionaler Kompetenz und Förderung sozialer Kompetenz untergliedern. Soziale Fertigkeiten, werden in beiden Blöcken mit den Kindern geübt.

Während der einzelnen Blöcke sind jeweils die Erzieher der Einrichtung mit anwesend, um das Konzept im Kindergartenalltag weiter mit zu übernehmen.

Im Block 1 sind die Einheiten Inhaltlich so gestaltet, dass die Kinder zunächst eigene Gefühle und Gefühle anderer wahrnehmen lernen. Danach sollen Emotionswissen aufgebaut und differenziert werden. Es wird erarbeitet, wodurch Gefühle verursacht werden, wie man sie ausdrücken und regulieren kann.

Im Block 2 erarbeiten die Kinder soziale Konflikte und suchen nach positiven Lösungen. Die Abfolge der Einheiten orientiert sich an den Stufen der sozialen Informationsverarbeitung.

Neues Verhalten wird in Rollenspielen eingeübt. Durch das einüben positiven Verhaltens lernen die Kinder, dass sieeigene Ziele angemessen erreichen können, und dafür sozial anerkannt werden.

Es werden bis 18 Teilnehmer in den Kurs aufgenommen

Das Training besteht aus 25 Einheiten. Dazu zählen zwei Einführungs- und eine Abschlusssitzung.

Im Modul 1 stehen die Basisemotionen Freude, Trauer, Wut und Angst im Mittelpunkt. Die Kinder werden angeregt, den Ausdruck der Emotionen bei anderen zu beobachten und selbst auszuprobieren. Mit den Kindern wird über Ursachen dieser Emotion gesprochen. Dabei lernen sie auch, unter welchen Bedingungen diese Gefühle auftreten können. Es werden Strategien besprochen, mit denen die Gefühle reguliert werden können.

Das Modul 2 beschäftigt sich mit der Emotion Scham. Im Gegensatz zu den ersten Gefühlen Freude, Angst, Wut und Trauer bildet Scham eine Emotion, die stärker durch einen sozialen Vergleich oder eine soziale Bewertung bestimmt wird. Diese Emotion ist an die Kenntnis von Regeln und Normen gekoppelt. Kindergartenkinder haben Scham in der Regel schon häufig erlebt, aber sie können dieses Gefühl nur schwer benennen und beschreiben.

Das Modul 3 vertieft das Emotionswissen. Nachdem alle Gefühle besprochen wurden, werden sie systematisch miteinander verglichen. Zu diesem Modul zählen auch Übungen, die einen Perspektivwechsel fördern. Die Kinder lernen, dass andere sich in derselben Situation anders fühlen können, als sie selbst.

Ab Modul 4 (der 15. Einheit) werden in erster Linie Problemlösungsfertigkeiten gefördert. Zunächst sollen vorgegebene Konfliktsituationen differenziert wahrgenommen und bewertet werden. Die Kinder sind aufgefordert, ihr neu erworbenes Emotionswissen auf Konflikte anzuwenden. Sie sollen Konflikte beschreiben und soziale Probleme erkennen und bewerten.

Im Modul 5 werden die Kinder darin unterstützt, alternative Konfliktlösungen zu finden. Die Konflikte werden mit den Kindern unter Einbezug der neu erworbenen Emotionalen Kompetenzen und der Schritte der sozialen Problemlösung besprochen. Angemessene Problemlösungen werden in Rollenspielen eingeübt.

Im Modul 6 wird die Bewertung von Handlungsalternativen gefördert. Die Kinder lernen, wie man faires und unfaires Sozialverhalten unterscheiden kann.

Im KiGaCool Training werden vielfältige Methoden eingesetzt, die dem Entwicklungsstand der Kinder entsprechen. Hierzu zählen Bilder, Gespräche im Stuhlkreis, Bewegungsspiele, ein Brettspiel und vieles mehr. In den meisten Trainingseinheiten liegt zudem eine Geschichte zu den Meerkindern Sina und Benny vor. Die Geschichten leiten in der Thema der Einheit ein.

Das methodische Vorgehen weist folgende wiederkehrende Elemente auf:

Begrüßen der Kinder durch die Handpuppe,

Wiederholen der Kinder der letzten Sitzung,

Singen des Gefühls-Raps,

Informationen für die Kinder, ob es sich um eine Einheit handelt, in der sie einen Aufkleber für das Meerbild erhalten können und

Feedback darüber, wie die Kinder mitgearbeitet haben und Verabschiedung von Finn.

Eine Einheit dauert durchschnittlich 40 Minuten. Dabei schwankt die benötigte Zeit in Abhängigkeit von der Anzahl und Aufnahmebereitschaft der Kinder; davon ausgenommen sind die Einheiten 5 und 24. In der Einheit 5 basteln die Kinder die Figur Winny Achtarm. Da einige Kinder dazu mehr Unterstützung brauchen, kann das basteln auch während der Freispielzeit mit kleineren Kindergruppen erfolgen. Ebenso kann in der Einheit 24 vorgegangen werden, in der das Spiel „die Glücksspirale“ eingeführt wird.